Bauchtanz München

Montag, 06. Februar 2012
 
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Repertoire

Da das Verst?ndnis des orientalischen Tanzes in Regionen, in denen er nicht Teil einer Kultur ist - wie bei uns - nur sehr begrenzt vorhanden ist, hier ein paar Erkl?rungen, damit das Repertoire auch f?r "nichteingeweihte" Leser dieser Seiten einen Sinn macht. 

Klassischer orientalischer Tanz (Raqs Sharqi):
der landl?ufig als "Bauchtanz" bezeichnete orientalische Tanz.

Der klassische orientalische Tanz ist ohne epochale Stilf?rbung und beinhaltet die klassischen Tanzfiguren und das typische 2-teilige Kost?m. Er kann mit einem Schleier-Entre? beginnen, einen Zimbelteil beinhalten oder auch Folkloreteile (obwohl dieses Accessoire, will man sehr penibel sein, in die traditionelle Richtung geh?rt) und schlie?t f?r gew?hnlich mit einem Trommelsolo und Finale.

Diese Stilrichtung ist Vorbild f?r das allgemein assoziierte Bild des Bauchtanzes.

Typisches Kost?m:
2-teilig, meist mit weitgeschnittenen R?cken, bauchfrei

Moderner orientalischer Tanz:
Der moderne orientalische Tanz ist keine Stilrichtung in diesem Sinne. Er bezeichnet f?r mich den im heutigen Kairo anzutreffenden orientalischen Tanz, der sehr den zeitgen?ssischen Trends und Entwicklungen unterworfen ist.

Die Musikauswahl wird h?ufig nach den neuesten Hits in Kairo ausgerichtet. ?gyptische Popmusik wie die von Amr Diab, Hakim oder Mohamed Fouad, ist allseits beliebt und gerade f?r junges Publikum auch hierzulande ein geeignets Mittel, um den Bauchtanz auch j?ngeren Generationen vorzustellen.

Typisches Kost?m:
2-teiliges, aber enggeschnittenes Kost?m aus modernen Stoffen oder enge, durchg?ngige Kleider; bauchfrei sowie bauchbedeckt

Trommelsolo mit Lichtertablett:
Das Trommelsolo kr?nt den Tanz als Abschluss vor dem Finale und stellt f?r die T?nzerin die gr??te Herausforderung in Sachen K?rperbeherrschung dar. Um dem Ganzen noch ein bisschen mehr Spannung zu verleihen, balanciere ich ein frei auf dem Kopf abgelegtes Tablett mit brennenden Kerzen darauf.

Traditioneller orientalischer Tanz und Folklore:

Baladi:
Baladi (arabisch "mein Land, mein Volk"; von "el balad"= Erde, Volk, Dorf, Gegend), eigentlich ein ?gyptischer Rhythmus, charakterisierte urspr?nglich die urbane Stadtbev?lkerung Kairos. Mit dieser Charakterisierung verkn?pft ist das Lebensgef?hl und die Mentalit?t derer, die einst vom Lande stammend, arbeitssuchend und nach einer besseren Welt strebend, nach Kairo (arabisch= "el cahira", die Unbesiegbare) zuwanderten und ihre eigene Musik- und Tanzkultur mitbrachten.

Baladi ist kein Tanz, dem man besondere Schritte oder Bewegungen zuordnen kann. Er wird durch Einfachheit, Schlichtheit und Erdigkeit charakterisiert, was durch kraftvolle H?ftbewegungen, einfache Armhaltung und kontrollierte Lockerheit gekennzeichnet ist. Er ist reich an binnenk?rperlichen Bewegungen und sollte durch viel Gef?hl und Intensit?t zum Ausdruck gebracht werden. Diesen Ma?stab setzt das arabische Publikum und belohnt eine gelungene Darbietung mit Zurufen und tosendem Applaus.

Oft werden auch Zimbeln hinzugezogen, die der T?nzerin als zus?tzliche Untermalung dienen.

Typisches Kost?m:
geschlossenes Kleid, oft aus Assiyut-Stoff mit eingearbeiteten Silberteilchen gefertigt

Saidi und Raqs el Assaya - Tanz mit dem Stock:
Diese mitrei?ende und kraftvolle Folklore aus Ober?gypten wird zum Saidi-Rhythmus getanzt und kann ohne oder mit Hinzuziehung des Stocks vorgetragen werden. Urspr?nglich war der Raqs El Assaya den M?nnern vorbehalten, die paarweise mit einem Bambusstock tanzend, einen Kampf symbolisieren. Dieser Tanz wird in ?gypten "Tahtib" genannt.
Der "Raqs El Assaya" wird stets alleine bzw. in einer Gruppe vorgetragen. Weibliche T?nzerinnen parodierten irgendwann den m?nnlichen Stocktanz mit glitzernden, spazierstock?hnlichen feinen St?cken, den sie in ihren Tanz integrierten.

Der Stocktanz bzw. der Saidi ist eine kraftvolle Darbietung, die in arabischen L?ndern, sehr gern gesehen wird, weil vor allem der Rhythmus eine belebende, euphorisierende Wirkung auf das Publikum hat.

Typisches Kost?m: geschlossenes Kleid, Kopfschmuck

Melaya Laff
Diese Folklore stammt aus Alexandria und symbolisiert das h?bsche, kokette alexandrinische M?dchen auf der Stra?e. Das Umschlagtuch, die Melaya, dient noch heute als Ausgehmantel, und wird im Tanz zum schleierartigen Accessoire.

Typisches Kost?m: enges, mit R?schen verziertes, meist ?bertrieben buntes Kleid, Schl?ppchen und ein Gesichtsschleier (arabisch "burqa").

Leuchtertanz (Shamadan)
Der "Raqs El Shamadan" ist der traditionelle ?gyptische Hochzeitstanz, bei dem ein mit brennenden Kerzen best?ckter Kopfleuchter w?hrend des Tanzes balanciert wird. Wenn es die Lokali?t zul?sst, ist ein Bodentanz ebenfalls Teil dieser Darbietung. Den kr?nenden Abschluss macht ein feuriges Trommelsolo - die absolut perfekt beherrschte Kunst der H?ftisolation wird hier unter Beweis gestellt!

Der "Raqs El Shamadan" wird meistens mit Zimbeln vorgetragen. Ist jedoch nicht obligatorisch.

Typisches Kost?m: geschlossenes Kleid oder 2-teiliges Kost?m mit Bauchnetz